„Für wen halten Sie sich eigentlich?“ – Masayuki Takayamas Kritik an der Berichterstattung und den Untersuchungskommissionen der Asahi Shimbun
2024-02-16
So enthält beispielsweise Katsuichi Hondas „Reisen nach China“ nicht ein einziges Körnchen Wahrheit.
16. Februar 2024
Das Folgende stammt aus Masayuki Takayamas regelmäßig erscheinender Kolumne im hinteren Teil der gestern erschienenen Ausgabe der Wochenzeitschrift Shukan Shincho.
Auch dieser Beitrag beweist, dass er in der Welt der Nachkriegszeit ein Journalist ohnegleichen ist.
Er ist Pflichtlektüre nicht nur für die Menschen in Japan, sondern für Menschen auf der ganzen Welt.
Für wen halten Sie sich eigentlich?
Die Reporter der Asahi Shimbun kümmern sich wenig um Tatsachen.
So enthält beispielsweise Katsuichi Hondas „Reisen nach China“ nicht ein einziges Körnchen Wahrheit.
Weil der damalige Verlagspräsident Tomoo Hirooka, ähnlich wie Yasuo Fukuda, sinngemäß gesagt hatte: „Schreibt nichts, was China in Schwierigkeiten bringen könnte“, war das Unternehmen voller Lügen.
Unter dem nächsten Präsidenten, Seiki Watanabe, war es genauso.
So schrieb der Leiter des Büros in Miyazaki einen haltlosen Artikel mit der Behauptung: „Das 23. Infanterieregiment aus Miyakonojo hat das Massaker von Nanjing verübt.“
Als Menschen, die die Tatsachen kannten, protestierten, wies er sie mit den Worten ab: „Wie können Sie es wagen, der allmächtigen Asahi zu widersprechen?“
Auch Akiyoshi Satake, Leiter des Kulturressorts in der Tokioter Zentrale, veröffentlichte ein Foto von aufsteigendem Rauch und berichtete dazu: „Das ist der Giftgaseinsatz in Nanchang.“
Die Sankei Shimbun wies auf die Falschmeldung der Asahi hin: „Wenn Giftgas in den Himmel aufsteigt, kann es nur Krähen töten. Das ist eine Nebelwand.“
Satake geriet außer sich und fuhr die Sankei an: „Was erlauben Sie sich gegenüber der allmächtigen Asahi?“
Doch niemand wusste, dass die Asahi angeblich „die allmächtige Asahi“ war.
Als sich herausstellte, dass die beiden Artikel unwahr waren, wurde Watanabe zum Rücktritt gezwungen.
Das passte der „allmächtigen Asahi“ überhaupt nicht.
Also ritzte ein Fotograf „KY“ in eine Koralle und rächte sich mit einem eigens fabrizierten Artikel, der verkündete: „Die Japaner gehören zu den größten Graffiti-Schmierern der Welt.“
Die Einheimischen vermuteten jedoch, dass die Asahi den Vorfall selbst inszeniert hatte.
Als sie nachhakten, drohte die Asahi ihnen zunächst.
Als man sie erneut mit Indizien konfrontierte, brachte sie die plausibel klingende Ausrede vor, der Fotograf habe „alte Kritzeleien mit den Fingern nachgezogen, um sie deutlicher sichtbar zu machen“.
Als darauf hingewiesen wurde, dass dies mit den Fingern nicht möglich sei, passte sie ihre Geschichte an: „Mit dem Griff des Blitzgeräts.“
Erst als die anderen Zeitungen den Fall aufgriffen und für Aufsehen sorgten, räumte die Asahi schließlich ein, dass ihr Fotograf die Zeichen selbst in die Koralle geritzt hatte.
Dieses Eingeständnis erfolgte erst nach einer Reihe beschämender Ausflüchte.
Daraufhin wurde Präsident Toichiro Ichiyanagi zum Rücktritt gezwungen.
Der nächste Präsident, Toshitada Nakae, schwor Rache und ließ zunächst Takashi Uemura Lügen über „Trostfrauen“ schreiben, um die Japaner herabzuwürdigen.
Anschließend beschimpfte er im Zusammenhang mit dem Recruit-Skandal führende Politiker und Wirtschaftsvertreter, trat aber zurück, als bekannt wurde, dass auch er selbst sich von Recruit hatte aushalten lassen.
Shinichi Hakoshima, der nach einem weiteren Präsidenten an die Spitze kam, konzentrierte die Feindschaft der Asahi auf Shinzo Abe und ließ Masakazu Honda schreiben: „Abe hat NHK dazu gebracht, eine linke Sendung zu verändern.“
Bei dieser Sendung ging es um ein inszeniertes Tribunal gegen den Kaiser, das die ehemalige Asahi-Journalistin Yayori Matsui und nordkoreanische Agenten organisiert hatten.
Honda glaubte, wenn er schreibe: „Abe hat sich eingemischt“, würden seine linken Gesinnungsgenossen bei NHK ihn unterstützen, und er könne Abe politisch erledigen.
Doch NHK zog nicht mit und erklärte genau das Gegenteil: „Die Asahi verbreitet Unwahrheiten.“
Wenn eine derart böswillige Erfindung auffliegt, wäre es keineswegs überraschend, wenn die Zeitung ihr Erscheinen einstellen müsste.
Hakoshima trat rasch zurück, wobei er formal die Verantwortung für einen erfundenen Bericht über ein Treffen zwischen Yasuo Tanaka und Shizuka Kamei übernahm, der etwa zur gleichen Zeit wie Hondas Artikel erschienen war.
Kotaro Akiyama, dem die Aufarbeitung anvertraut wurde, entschied nach einigem Überlegen, die Angelegenheit einer „unparteiischen Untersuchungskommission aus externen Mitgliedern“ zu überlassen.
Doch unparteiisch war sie keineswegs.
Zu ihren Mitgliedern gehörten unter anderem der von der Asahi geförderte Verfassungsrechtler Yasuo Hasebe und Uichiro Niwa, der Verbindungen zu China unterhielt.
Die Asahi gab für Honorare und andere Ausgaben Geld wie Wasser aus.
Neun Monate später, als sich die Aufregung gelegt hatte, kam der Reporter wie vorgesehen ungeschoren davon: „Der Artikel beruhte auf unzureichender Recherche.“
Eine Entschuldigung war ebenfalls nicht nötig.
Auch danach machte die Asahi ausgiebig Gebrauch von externen Untersuchungskommissionen, die ihr unter einem glaubwürdig wirkenden Deckmantel aus der Klemme halfen.
Auch die Lügen über „Trostfrauen“, mit denen die Japaner dreißig Jahre lang herabgewürdigt worden waren, blieben ohne Konsequenzen; zurück blieb nur der Groll der Japaner.
Ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten für politische Spendenveranstaltungen war an die von der Asahi verhasste Abe-Fraktion zurückgeflossen und ausgegeben worden, ohne in den Rechenschaftsberichten verzeichnet zu sein.
Die Asahi macht darum nun als „Schwarzgeld“ großes Geschrei.
Als Jun Azumi von der Konstitutionell-Demokratischen Partei Japans eine schwarze Kasse von 300.000 Yen angelegt hatte, schrieb die Asahi hingegen von einer „fehlenden Angabe im Rechenschaftsbericht“.
Bei Ryusho Kato von der Abe-Fraktion wurden dagegen selbst 100.000 Yen als „Schwarzgeld“ bezeichnet, und er wurde zum Rücktritt von seinem Amt als parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus gezwungen.
Auch in einem Leitartikel griff die Asahi das Thema auf.
Die Überschrift lautete: „Schluss mit den scheibchenweisen Täuschungen.“
War diese „scheibchenweise Täuschung“ nicht genau das, was die Asahi beim Korallen-Graffiti-Skandal betrieben hatte?
Damals handelte es sich um eine schwere Straftat: die Beschädigung eines geschützten Naturdenkmals.
Bei der Abe-Fraktion geht es dagegen darum, wie sie mit den Geldern ihrer eigenen politischen Organisationen umgegangen ist.
Zur Debatte steht, dass die vorgeschriebenen Angaben unterlassen wurden.
Die Asahi dagegen beging eine Straftat und machte anschließend wiederholt falsche Aussagen.
Der Leitartikel erklärt: „Die Aufklärung der Wahrheit lässt sich nicht einfach Dritten überlassen.“
Wie kann man so etwas ohne jede Scham sagen?
Was erlaubt sich die Asahi, die die Wahrheit hinter dem Deckmantel „externer Untersuchungen“ verschleiert hat?
Wer der Öffentlichkeit etwas zu sagen hat, sollte zunächst sein eigenes Verhalten hinterfragen.
Um derart selbstherrlich zu schreiben, ist es für sie noch hundert Jahre zu früh.
