Ausgerechnet du! Masayuki Takayama über die Berichterstattungsskandale und die Doppelmoral der Asahi Shimbun

2024-02-15
Der folgende Text stammt aus Masayuki Takayamas regelmäßiger Kolumne, die den Abschluss der heute erschienenen Ausgabe der Wochenzeitschrift Shūkan Shinchō bildet.
Auch dieser Beitrag beweist, dass er in der Nachkriegswelt ein Journalist ohnegleichen ist.
Pflichtlektüre nicht nur für die japanische Bevölkerung, sondern für Menschen auf der ganzen Welt.

Ausgerechnet du!
Die Reporter der Asahi Shimbun nehmen es mit den Tatsachen nicht besonders genau.
So enthält etwa Katsuichi Hondas „Reise durch China“ kein einziges Körnchen Wahrheit.
Damals hatte der Verlagspräsident Tomoo Hirooka ganz im Stil Yasuo Fukudas erklärt: „Schreibt nichts, was China ungelegen kommt.“ Deshalb war das Ganze voller Lügen.
Sein Nachfolger Seiki Watanabe war nicht anders.
So schrieb der Leiter des Büros in Miyazaki leichtfertig: „Das 23. Regiment aus Miyakonojo hat das Massaker von Nanking verübt.“
Wer dagegen protestierte, wurde mit den Worten abgewiesen: „Was fällt Ihnen ein, der großen Asahi zu widersprechen?“
Auch Akimi Satake, Leiter der Kulturredaktion in der Tokioter Zentrale, berichtete unter der Behauptung „Dies ist der Giftgaseinsatz von Nanchang“ und fügte ein Foto bei, auf dem dicke Rauchwolken aufstiegen.
Die Sankei Shimbun entlarvte den Schwindel: „Wenn Giftgas in den Himmel steigt, kann es nur Krähen töten. Das ist eine Nebelwand.“
Satake schäumte vor Wut, stürmte in die Redaktion der Sankei und tobte: „Was erlaubt ihr euch, über die große Asahi zu reden!“
Allerdings wusste niemand etwas von einer solchen „großen Asahi“, und als sich zudem beide Geschichten als Lügen herausstellten, wurde Watanabe gefeuert.
Die „große Asahi“ war gekränkt.
Also ritzte ein Fotograf „KY“ in eine Koralle und rächte sich mit der Behauptung: „Die Japaner sind das weltweit führende Volk der Graffiti-Schmierer.“
Doch die Einheimischen schöpften Verdacht, dass Asahi den Vorfall selbst inszeniert hatte.
Als man ihn zur Rede stellte, versuchte er es zunächst mit Einschüchterung.
Als man ihm weitere Indizien vorhielt, redete er sich scheinbar plausibel heraus: „Ich habe eine alte Kritzelei mit dem Finger deutlicher sichtbar gemacht.“
Als man darauf hinwies, dass dies mit einem Finger unmöglich sei, passte er seine Geschichte an: „Mit dem Griff des Blitzgeräts.“
Erst als auch die anderen Zeitungen den Fall aufgriffen, räumte Asahi endlich ein, dass der eigene Fotograf die Koralle selbst eingeritzt hatte.
Dem war eine ganze Reihe erbärmlicher Ausflüchte vorausgegangen.
Darüber verlor Verlagspräsident Toichiro Hitotsuyanagi seinen Posten.
Sein Nachfolger Toshitada Nakae schwor Rache und ließ zunächst Takashi Uemura Lügen über die „Trostfrauen“ schreiben, um die Japaner zu verleumden.
Anschließend beschimpfte er im Zusammenhang mit dem Recruit-Skandal die politische und wirtschaftliche Führung, trat jedoch zurück, als bekannt wurde, dass er selbst Recruit angezapft hatte.
Shinichi Hakoshima, der nach einem dazwischenliegenden Präsidenten das Amt übernahm, konzentrierte Asahis Feindschaft auf Shinzo Abe und ließ Masakazu Honda schreiben, Abe habe „eine rote Sendung des NHK ändern lassen“.
Bei der Sendung ging es um ein Farce-Tribunal, das den Kaiser vor Gericht stellte und von der ehemaligen Asahi-Journalistin Yayori Matsui und nordkoreanischen Agenten inszeniert worden war.
Honda rechnete damit, dass seine roten Gesinnungsgenossen beim NHK lautstark zustimmen würden, wenn er „Abe hat sich eingemischt“ schrieb, und man Abe damit politisch erledigen könnte.
Doch der NHK bekam kalte Füße und behauptete genau das Gegenteil: „Asahi hat falsch berichtet.“
Wenn eine derart böswillige Erfindung auffliegt, wäre selbst die Einstellung der Zeitung nicht verwunderlich.
Hakoshima trat kurzerhand zurück, indem er formal die Verantwortung für ein etwa zur selben Zeit erfundenes Gespräch zwischen Yasuo Tanaka und Shizuka Kamei übernahm.
Kotaro Akiyama, dem die weitere Abwicklung überlassen wurde, entschied sich nach langem Grübeln dafür, die Angelegenheit einer „unparteiischen unabhängigen Kommission“ anzuvertrauen.
Allerdings war diese keineswegs unparteiisch.
Zu ihren Mitgliedern gehörten unter anderem der von Asahi protegierte Verfassungsrechtler Yasuo Hasebe und Uichiro Niwa mit seinen Verbindungen nach China.
Für Honorare und sonstige Ausgaben ließ Asahi das Geld dann in Strömen fließen.
So kam neun Monate später, als das öffentliche Gerede längst verstummt war, der erwartete Freispruch: „Der Artikel war unzureichend recherchiert.“
Nicht einmal eine Entschuldigung sei nötig.
Auch danach bediente sich Asahi immer wieder solcher nur dem Anschein nach glaubwürdigen, auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen unabhängigen Kommissionen.
Auch die Lügen über die „Trostfrauen“, mit denen die Zeitung die Japaner 30 Jahre lang verleumdet hatte, blieben ungestraft; zurück blieb allein der Groll der Japaner.
In der von Asahi verhassten Abe-Fraktion war ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten für politische Spendenveranstaltungen an die Mitglieder zurückgeflossen und ohne Verbuchung ausgegeben worden.
Asahi witterte ihre Chance und machte ein großes Geschrei um „schwarze Kassen“.
Wenn Jun Azumi von der Konstitutionell-Demokratischen Partei eine schwarze Kasse von 300.000 Yen anlegte, bezeichnete sie das dagegen als „fehlende Verbuchung“.
Bei Tatsuyoshi Kato von der Abe-Fraktion wurden selbst 100.000 Yen als „schwarze Kasse“ bezeichnet, und er musste als parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus zurücktreten.
Asahi griff dies in einem Leitartikel auf.
Die Überschrift lautete: „Keine Vertuschung durch scheibchenweise Offenlegung“.
Aber „Vertuschung durch scheibchenweise Offenlegung“ war doch gerade Asahis Vorgehen bei jenem Korallen-Skandal.
Dort ging es um die schwere Straftat der Beschädigung eines Naturdenkmals.
Bei der Abe-Fraktion geht es dagegen darum, wie sie die Gelder ihrer eigenen politischen Spendenveranstaltungen verbucht hat.
Ihr wird das Versäumnis vorgeworfen, diese Gelder nicht angegeben zu haben.
Asahi hingegen beging eine Straftat und legte darüber hinaus wiederholt falsches Zeugnis ab.
Im Leitartikel heißt es: „Die Untersuchung zur Aufklärung der Wahrheit wird nicht von unabhängigen Dritten durchgeführt.“
Das muss ausgerechnet Asahi sagen.
Dabei hat Asahi selbst unter dem Deckmantel eben solcher „Untersuchungen durch unabhängige Dritte“ immer wieder vertuscht.
Wer anderen etwas vorhalten will, sollte zuerst sich selbst prüfen.
Für solche großspurigen Belehrungen ist es hundert Jahre zu früh.

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